Biolandwirtschaft

Bio-Acker
(c) Barbara Ströll

Ökolandbau und das Prinzip der Kreislaufwirtschaft

Wir starten mit ein paar Fakten: In Deutschland gibt es 35.000 Betriebe, die nach den Kriterien des ökologischen Landbaus wirtschaften. Und es werden laufend mehr. Das zeigt der Freistaat Bayern, der sich mit etwas über 15.000 Betrieben an der Spitze in Deutschland befindet und die Anzahl an Bio-Betrieben bis 2020 verdoppeln konnte. Das nächste Ziel ist, bis 2030 den Anteil an an ökologisch bewirtschafteten Flächen auf 30% zu erhöhen.


Nun steigen wir voll ins Thema ein und beginnen mit einer kurzen Begriffserklärung, bei der oft Verwirrung herrscht: öko und bio. Um es kurz zumachen, es meint genau das gleiche. Überall, wo mindestens das grüne Blatt (EU-Bio-Siegel) drauf ist, ist auch definitiv bio drin. Aufgepasst werden muss dagegen bei Begriffen wie „kontrolliert“, „naturnah“ oder „umweltschonend“, sie sind nicht rechtlich geschützt und haben nichts mit den Kriterien des Ökologischen Landbaus zu tun (Quelle: oekolandbau.de).


Und wer ihr euch nun fragt, wie das Ganze jetzt funktioniert, kommt die Kreislaufwirtschaft ins Spiel. Das Prinzip im Öko-Landbau ist ein beständiger Kreislauf, der aufeinander aufbaut und eng zusammenhängt. Dazu gehören Boden, Pflanze, Tier und Mensch. Jeder Teil davon ist eng gekoppelt: So dürfen z.B. nur so viele Tiere je Betrieb gehalten werden, als Futter auf den eigenen Flächen angebaut werden kann. Der Anteil an Zukaufsfutter ist reguliert. Einen erheblichen Beitrag zur Tiergesundheit tragen mehr Platz, niedrigere Leistungsniveaus und eine an die Tierart angepasste Fütterung bei. Tiere auf Bio-Betrieben sind oftmals gesünder, was auch der niedrigere Einsatz an Antibiotikazeigt. Die Ausscheidungen der Tiere dienen dann wiederum als Dünger für einen gesunden Pflanzenbestand. Dabei hat ein guter Nährstoffkreislauf oberste Priorität, weil kein Mineraldünger oder chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden dürfen. Um Nährstoffverlusten entgegen zu wirken und vorbeugenden Pflanzenschutz umzusetzen, sindv erschiedene Prinzipien im Öko-Landbau essenziell: eine vielfältige Fruchtfolge, weitestgehende ganzjährige Bodenbedeckung, Gemengeanbau aus sich ergänzenden Pflanzen (z.B. Wicke und Roggen), Untersaaten und ein hoher Kleegrasanteil. Klee ist als Leguminose der Stickstofflieferant schlechthin und in Kombination mit Gras ein eiweißreiches Futtermittel und damit auch optimal für die Milchviehfütterung. Und ganz nebenbei tut Kleegras noch was für den Boden: es fördert den Humusaufbau. Noch ein kleiner Fun-Fact: der Regenwurm fühlt sich in Bio-Böden besonders wohl und dankt es mit seinen Grabeaktivitäten, die das Pflanzenwachstum und die Bodengesundheit positiv beeinflussen.


Und wo passt der Mensch da jetzt noch rein? Zum einen erzielen Bio-Landwirte bessere Erlöse und damit auch eine höhere Wertschätzung für ihre Produkte. Ebenso sind kleinere Betriebe, die als Familienbetriebe wirtschaften im Öko-Landbau wesentlich häufiger vertreten, als unter konventionellen Betrieben. Zum anderen zeigen immer mehr Studien den positiven Einfluss von Bio-Produkten auf die Gesundheit. Dafür sprechen weniger Pestizide und weniger Nitrat, mehrsekundäre Pflanzenstoffe und weniger zugelassene Zusatzstoffe für verarbeitete Produkte.

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